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Sind Sie ein 'Maker' oder verwalten Sie?

Alle Unternehmer sind Macher. Die meisten Firmen holen im Zuge ihres Wachstums aber immer mehr Verwalter an Bord, die die Arbeit eher verhindern als beschleunigen. Oder sie lagern wichtige Aufgaben aus, beauftragen Agenturen und Beratung. Claudia Dietze, Co-Gründerin und kaufmännische Geschäftsführerin des IT-Unternehmens Freiheit.com, ist stolz darauf, ganz ohne Verwalter auszukommen. Mindestens 90 Prozent ihrer Mitarbeiter sind Software-Entwickler. Wie sie eine Kultur etabliert hat, in der sich alle Beschäftigten als Macher verstehen, beschreibt die Unternehmerin in ihrer ersten SAAL ZWEI-Management-Kolumne.

Um besser erklären zu können, was auf Industrie und Wirtschaft in den kommenden Jahren mit exponentiell steigender Geschwindigkeit zurollt, möchte ich eine einfache Hypothese aufstellen: Ich behaupte, die Arbeitswelt von heute besteht aus "Makers" und "Administrators". In Zukunft brauchen wir aber nur noch die "Makers". Makers können selbst etwas herstellen. Sie können mit ihren eigenen Händen und ihrem Kopf Produkte bauen, zum Beispiel aus Software, und Projekte selbst umsetzen. Makers sind Macher. Menschen, die Ideen zum Leben erwecken können. Administrators stellen selbst nichts her. Sie verwalten Informationen, Arbeit, Projekte. Sie koordinieren, diskutieren, kommunizieren. Machen Meetings. Definieren Prozesse. Verwalten Prozesse. (Internet-)Start-ups sind kleine, quirrlige Firmen, die die Geschäftsmodelle von großen internationalen Firmen, Konzernen und Banken angreifen. In erfolgreichen Start-ups arbeiten Makers und keine Administrators. Alles dreht sich darum, ein Produkt schnell auf den Markt zu bringen und erfolgreich zu machen, indem man es in kleinen schnellen Zyklen besser macht. Administrators machen die Arbeit von Makers langsamer oder behindern sie sogar. Mit intelligenten Realtime-Informationen und interaktiver, digitaler Chat-Kommunikation lassen sich zudem viele verwaltende und koordinierende Tätigkeiten heute durch Maschinen ersetzen.

"IT outgesourct? Herzlichen Glückwunsch: Jetzt haben Sie bei sich nur noch 'Administrators' und die 'Makers' sitzen in Indien"

Das zweite Maschinenzeitalter hat bereits begonnen und wirklich jedes Geschäftsmodell auf diesem Planeten wird durch die Digitalisierung eine Erneuerung erfahren. Wenn Sie in einem traditionellen Umfeld arbeiten, ist auch Ihr Geschäft durch Start-ups mit neuen Produkten bedroht, die durch den kreativen Einsatz von Software Ihr Kerngeschäft auf den Kopf stellen wollen. Wenn Sie ein Inhaber und Gründer sind, dann haben Sie sicher als Maker angefangen. Aber wie viele Makers haben Sie heute noch in ihrem Unternehmen? Was ist mit Ihren Partnern, Lieferanten und Dienstleistern? Viele haben im Zuge ihres Wachstums immer mehr und mehr Administrators eingestellt und die Makers in den Hintergrund gedrängt. In vielen klassischen Firmen stehen die Administrators daher im Mittelpunkt des Geschehens. Sie haben gerade die IT outgesourct? Herzlichen Glückwunsch, jetzt haben Sie bei sich nur noch Administrators und die Makers sitzen in Indien. Sie haben gerade ein riesiges IT-Projekt mit einer der großen IT-Beratungsfirmen gestartet, das in drei, wahrscheinlich eher in fünf, Jahren bereit ist für den weltweiten Rollout? Kein Wunder, dass es so lange dauert, denn auch in diesen Firmen sind die Administrators in der Überzahl. Die haben das gleiche Problem wie Sie. Ihre Marketing-Abteilung hat gerade einen großen Etat an eine Werbeagentur vergeben? Werbeagenturen bestehen quasi nur aus Administrators, die freie Makers beschäftigen. Warum beauftragen Sie die Makers nicht einfach direkt und machen aus Ihrem Marketing eine Truppe von Makers? Ihre Schubladen sind voll mit Innovationskonzepten der großen Management- und Innovations-Beratungen, aber es hapert an der Umsetzung? Naja, dann haben Sie bereits leidvoll erfahren, dass Ideen an sich keinen Wert haben. Nur die erfolgreiche Umsetzung einer Idee hat einen Wert. Und dafür brauchen Sie Makers.

"Digitale Transformation bedeutet nicht, sich Innovationskonzepte aufschwatzen zu lassen"

Ich führe seit über 15 Jahren eine überaus erfolgreiche Software-Firma. Wir sind Internet-Pioniere und bei uns arbeiten seit jeher immer mindestens 90 Prozent Software-Entwickler. Von den aktuell 70 Mitarbeitern sind nur sieben Nicht-Programmierer. Deren Aufgabe ist nicht die Verwaltung, sondern dafür zu sorgen, dass die Makers effizient arbeiten können. In diesem Sinne sind alle Makers: Sie räumen Probleme aus dem Weg. In den letzten Jahren sehen wir verstärkt einen Trend: Größere Unternehmen kommen nicht mehr nur zu uns, damit wir in hoher Geschwindigkeit innovative Internet-Systeme bauen. Unsere Kunden erwarten von unserer Zusammenarbeit auch einen Katalysator-Effekt, bei dem wir durch unser Beispiel zeigen, wie die Arbeit der Zukunft aussehen wird. Und wir sehen dabei, dass die Menschen, mit denen wir arbeiten, Spaß daran haben, Verantwortung zu übernehmen und die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen, anstatt sie einfach nur zu verwalten.

Der digitale Transformationprozess in Ihrer Firma startet nicht, indem Sie eine Innovationsabteilung einrichten, ein Startup kaufen, einen Inkubator mit einem anderen Konzern gründen oder sich von Beratern Innovationskonzepte aufschwatzen lassen. Das "Einzige", was Sie konsequent tun müssen, ist überall im Unternehmen die Macher wieder in den Mittelpunkt zu stellen. So, wie bei der Gründung Ihrer Firma.

Bauen Sie kleine Teams mit Ihren besten und leidenschaftlichsten Makers auf, die schnell und kontinuierlich nutzbare Resultate bringen. Übergeben Sie Verantwortung und Freiheitsgrade in diese Teams und fordern Sie dafür Leistung ein. Mit mehr Freiheitsgraden steigt auch die Verantwortung. Wie Spiderman’s Uncle Ben schon so trefflich sagte: "With great power comes great responsibility". Machen Sie Leistung und Produktivität messbar und für alle transparent. Kämpfen Sie für "Meetings that don’t suck". Verhindern Sie komplizierte Konzepte mit Hunderten oder gar Tausenden von Seiten und unendlich langen und ermüdenden Abstimmungsrunden. Machen Sie Ihr Büro zu einem Ort, wo man sich gerne aufhält und wo man kreativ arbeiten und transparent kommunizieren kann. Sorgen Sie dafür, dass immer das beste Argument zählt und nicht die Position, die man inne hat. Feuern Sie die "Politikmacher" und Manager, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und sich nicht für das einsetzen, was das Beste für die Firma, das Team und den Kunden ist. Nutzen Sie die Productivity-Tools, die auch Internet-Start-ups verwenden. Machen Sie Ihre Firewalls für Google Docs und Slack auf und schmeißen Sie endlich den veralteten Internet-Explorer raus. Firefox oder Chrome benutzen Sie doch wahrscheinlich auch selbst zu Hause? Verlassen Sie Ihr Eckbüro mit Blick über das Werk und setzen sich zu denen, die die Produkte der Zukunft bauen sollen. Zeigen Sie, wie wichtig Ihnen das ist und dass Sie hinter dem Team stehen. Werden Sie misstrauisch, wenn bei Ihnen Software entwickelt wird, bei der Sie nicht täglich eine neue Version selbst ausprobieren können. Und wenn Sie wirklich gute Programmierer einstellen wollen, dann überlassen Sie das bitte nicht Ihrer Personal-Abteilung. Die kann ganz sicher keinen guten von einem schlechten Programmierer unterscheiden. Und sorgen Sie dafür, dass Veränderung für alle Mitarbeiter der Normalzustand wird.

Seien Sie selbst wieder ein Maker. Fangen Sie gleich heute damit an. Sie werden sehen, wieviel Spaß Ihre Arbeit plötzlich wieder macht.

Hier geht´s zu Saal Zwei


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